Sonntag, 1. September 2013

Willenskraft - Das Zähmen eines wilden Pferdes

[Image: Geo Cover, September 2013]
Nach einer für mich aufregenden kurzen Sommerpause melde ich mich heute in alter Frische zurück mit einem Bericht über Willenskraft. Ich habe einen interessanten Artikel in der Geo gefunden, Ausgabe September 2013.

Das Cover

An dieser Stelle möchte ich zu allererst das Cover würdigen. Ich habe großen Respekt vor dem Model, was sich mutig, aber auch anmutig und wirklich schön präsentiert. Ein Oversize-Schneewittchen, welches mich auf eine eigene Weise fasziniert. Das Cover zeigt, dass Rundungen und Ästhetik großartig miteinander harmonieren können.











Der Bericht

Ausgang des Berichts ist ein Test aus den 60er Jahren, bei dem Kinder ein Marshmallow bekommen haben mit dem Hinweis: Ich komme gleich wieder. Wenn du den Marshmallow bis dahin nicht gegessen hast, bekommst du einen zweiten. (So sinngemäß) Kommt uns irgendwie aus der Ü-Ei-Werbung bekannt vor... Einige Jahre später hat man dann folgendes festgestellt: Die Kinder, die damals mehr Willenskraft bewiesen, haben ihr Leben eher erfolgreich gestaltet. Kinder, die nicht widerstehen konnten, hatten deutlich mehr Schwierigkeiten in der Schule und auch im Berufsleben.

Also: Willenskraft scheint im Charakter verankert zu sein.
[Image: Geo, 09/2013 - Das Wilde Pferd, S. 89]

Darüber hinaus gibt es noch die Reitermetapher. Man stelle sich ein wildes Pferd vor, welches in eine Richtung laufen will. Das ist die impulsive Seite unseres Charakters. Der Reiter darauf ist die reflektive Seite, die das Pferd lenkt, beruhigt, zügelt und ab und zu auch erlaubt das Pferd einfach mal laufen zu lassen.

Insgesamt lässt sich (laut Bericht) folgendes über Willenskraft sagen:

  • Willenskraft ist unberechenbar
  • Willenskraft ist wie ein Muskel, der müde wird
    --> Nach einiger Zeit geben wir unsere guten Vorsätze auf und denken uns „Mach doch was du willst“
    Aber: Der Willenskraftmuskel lässt sich trainieren
  • Vier bis Fünf Stunden am Tag müssen wir uns zusammenreißen. Willenskraft setzen wir nicht partiell ein, sondern ständig um unser Verhalten zu kontrollieren
  • Unsere Willenskraft wird durch Werbung und Reize ständig herausgefordert.
  • Je mehr Entscheidungen wir zu treffen haben, desto mehr sinkt die Qualität der Entscheidungen. Oder wie nehmen den Weg des geringsten Widerstands.
  • Motivation kann uns stärken und Versuchungen übertrumpfen
  • Förderlich: Wir brauchen konkrete, erreichbare Ziele vor Augen
  • Willenskraft braucht Unterstützung
    Diese kann in Form von aufgestellten Plänen, Meditation, entwickelter Routine,... erfolgen

Insgesamt handelt es sich dabei um einen unglaublich interessanten, vielfach psychologischen Artikel, in dem ich mich immer wieder selbst finden konnte. Kann ich nur jedem empfehlen! Einfach um zu verstehen, warum man doch immer mal wieder schwach wird. Und sich dabei nicht gleich verrückt zu machen.

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